Stelle dir jeden Regenguss als Reise vor: oben vom Dach, über Rinnen, in Mulden. Durch kleine Staupunkte, breitere Uferkanten und kiesige Rinnen verlängerst du die Strecke, kühlst die Umgebung und gibst dem Wasser Zeit, zu versickern. Aus einer schnellem Abflusslinie wird ein flüsternder Pfad, der Pflanzen tränkt, Wurzeln stärkt und die Grundlage für dauerhaft lebendige Hinterhoflandschaften legt.
Biber bauen nicht schön, sondern funktional: Holzstücke quer zur Strömung, Schlamm als Dichtung, Abzweige als Notüberlauf. So entstehen Mosaike aus Flachwasser, tieferen Gumpen und Feuchtsäumen. Übertragen auf kleine Räume reichen Äste, Steinbrocken und Kokosmatten, um dieselben Prinzipien zu nutzen. Das Ergebnis ist mehr als Wasserstand, es ist ein atmendes System, das Resilienz und Vielfalt verankert.